Olaf von WordPress Deutschland fragt nach fünf guten Gründen, warum man mit WordPress bloggt. Ein paar hundert Antworten dazu sind schon eingetroffen. Ich mach jetzt mal das Gegenteil.

Hier sind meine fünf guten Gründe, warum ich nicht mit WordPress blogge:

  1. Häufige Sicherheitslecks: Highest, OMG, BBQ.
  2. WordPress will nach Hause telefonieren. Die prinzipiellen Intentionen (automatisches Update von Plugins) sind ja ohne Zweifel ehrenhaft, die Reaktion auf Kritik von Matt Mullenweg bezüglich der dazu unnötigerweise an die Zentrale übermittelten Daten nicht.
  3. Eine frische WordPress-Site ist selten länger als 30 Minuten im Netz, bevor schon der erste Kommentar-Spam einschlägt. Überschäumende Begeisterung löst der mit “First Post” betitelte Eröffnungsbeitrag aus, “Keep up the good work!! Very nice Site. I will use this for the site of my GF!!” ist noch das Mindeste. Das Anti-Spam-Plugin Akismet ist Teil des Problems, nicht der Lösung.
  4. Das Templating-Verfahren ist eine wüste Mischung von Präsentation, Ablauflogik und Programmierung: PHP ist meiner Meinung nach eine Sprache für Programmierer, nicht für Templategestalter.
  5. Selbst auf die Gefahr hin, zur Nerdelite gezählt zu werden: Textpattern.

23. Februar 2008, 08:06 − Abgelegt in

Kommentare

Das ist mitnichten nerdig, sondern fast schon wider den Mainstream ;-]

andreas · 25. Februar 2008, 19:30 · #

Zentraler positiver Punkt bei der Wartung einer ‘mehr als ein Blog’ Seite:

Übersichtlich Seiten mit Bausteinen gestalten. Komplexe if/else Logikabläufe z.B. mit txp:if_section (etc.) werden mit txp:output_form deutlich übersichtlicher und damit leichter zu dokumentieren.

Und irgendwie werden immer wieder die Sektionen als Vorteil unterschlagen. Das war mein Killerkriterium beim ersten Einsatz von Textpattern.

Fehlende Features, die ich vermisse:

  • Sauberes XML-RPC: Funktioniert meistens, aber eben nicht immer (z.B. del.icio.us daily postings)
  • Trackback: Es gibt einen Hack, aber Trackback im Core wäre schon schön.

(Ahemm, ich dachte hier regiert Textile)

Markus Merz · 28. Februar 2008, 14:12 · #

(Ahemm, ich dachte hier regiert Textile)

Danke, Herr Merz, für den Anstoß ;-) Das nötige Schalterchen wurde nun auch in die richtige Stellung gebracht.

Robert · 28. Februar 2008, 14:22 · #

Dieser Beitrag ist sehr interessant. Allerdings bleibt eine Frage übrig, die ein begeisterter Textpattern-Nutzer hat, der einen genervten WordPress-Nutzer kennt.

Wieso sind Word-Press-Installationen so sehr vom Spam geplagt?

Ich meine: Spam bekomme ich auch aber es hat wesentlich länger gedauert als 30 Minuten.

Wolfgang · 24. Mai 2008, 10:20 · #

Die Aussage mit WP und Spam ist billiger Populismus. Ich habe eine rundlaufende Seite mit WP, die seit einem halben Jahr noch kein Spam gesehen hat – weil sie nicht in einschlägigen Verzeichnissen steht (sehr wohl aber bei Technorati). Im übrigen gibt es auch andere Ati-Spam-Plugins als Akismet. WP-Antispam funktioniert sehr gut.

chodo · 16. August 2008, 23:32 · #

Die Aussage mit WP und Spam ist billiger Populismus.

Nicht ganz. Aber dazu hat wohl jeder Evidenzen, die seine Meinung stützen.

Ich zum Beispiel erhalte selbst von der WordPress-Demo laufend Spamkommentare, obwohl die wirklich nicht gerade eine der populärsten Sites ist und außer dem Eröffnungsbeitrag nichts darauf publiziert wird.

Robert · 25. August 2008, 09:00 · #

Mmmmh… naja hat alles vor und nachteile, WP ist auch sehr groß geworden. Es entwickelt sich zu DEM Blogtool. Sowas wie Windows usw… Es ist halt sehr einfach zu Handhaben. Gruss Sven

— Sven · 4. Oktober 2009, 19:42 · #

Einfach zu Handhaben ist es nur, wenn man (als Laie) bereits fertige Templates installiert oder bereits fertige Module verwendet. Sobald etwas individuelles gewünscht wird, ists schon vorbei mit der Einfachheit. Wobei man auch hier halt wissen muss wo man anpackt.

Ich verwende für meine Zwecke lieber Drupal. Hat zwar von Haus aus nicht ganz so schöne Themes, ist aber meiner Meinung für den Endanwender sehr einfach zu bedienen.

— Tobias · 23. Februar 2012, 16:07 · #

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