Wofür schreibt man Sachen ins Internet schreibt…

Zu allererst: T-Shirts gibt es bei Nautilus Tauchreisen gratis im Tausch gegen eine Taucher-Story oder einen freundlichen Link. Ich habe mitgemacht und bin jetzt für den kommenden Sommer passend eingekleidet ;)

T-Shirt gratis von der Nautilus

Aber: Über zwei Jahre sind seit dem ersten Beitrag hier vergangen. Ganz am Anfang stand die Idee, zusätzlich zum WordPress-Urgestein Frank Bueltge noch was zu machen für die Nerds im WordPress-Ökosystem. Wer außer Frank noch WordPress auf Deutsch ausgereizt hat, habe ich erst später mitbekommen. Heiko, Micha oder Sergej sind mir jetzt spontan präsent.

Seit WordPress “Crazy Horse” pflege ich ein Demo-Installation für WordPress. Ergebnis: Ich kriege als einer der Ersten jede Spam-Kommentar-Innovation mit, die für WordPress in Indien, Russland und China erfunden wird. Positives Feedback? Weitgehend Fehlanzeige.

WordPress im Jahr 2010 heißt: Der wohlwollende Diktator beteiligt sich an der WordPress-Entwicklung mit obskuren Ideen oder Code, der das Leben von Profis erschwert. Die Core-Entwickler ignorieren Probleme aus der Wirklichkeit. Automattic engagiert sich in Glitter-Projekten und zieht dort Geld aus dem Vertrauen, den die Millionen User auf wordpress.com eingebracht haben. Pascal macht ein Flash-Magazin – über die Software, die Publishing im Web für die Massen ermöglicht hat. Nichts gegen die Idee und die Umsetzung, aber wie schräg ist das denn?

Im Einzelfall sind alle diese Indizien nicht relevant, aber in Summe heißt das für mich: WordPress ist langweilig, etabliert und so interessant wie das Wasser, das beim Drehen am Hahn aus der Leitung fließt… Für das Engagement von Einzelpersonen ist WordPress zu erwachsen geworden und ins CMS-Establishment von TYPO3, Alfresco und Konsorten abgewandert.

Was bleibt von TalkPress.de nach zwei Jahren? Ein Vergleich von Plugins für die Suchmaschinenoptimierung ist der populärste Beitrag hier. Was das über das technische Niveau der teuren WP-Themes aussagt, brauche ich wohl nicht weiter aufzudröseln…

Lausige T-Shirts für Links. Das bleibt.

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3. November 2010, 20:36 − Abgelegt in

Kommentare

Ich gebe Dir ja in vielem Recht, aber ganz so trostlos sehe ich es nicht. Es gibt immer interessante Sachen rund um WordPress. Mir wird nie langweilig ;)

Micha · 3. November 2010, 21:16 · #

Genau das habe ich schon vor 1-2 Jahren gedacht und WordPress langsam aber sicher den Rücken gekehrt. Ich bewundere die Privatpersonen die WordPress immer noch so hypen aber mittlerweile gibt es bessere CMS’e, die diesen Titel auch verdienen und ihren Job besser machen.

Mittlerweile würde ich WordPress NUR noch für reine Blogs verwenden. Und selbst da würde ich es mir 2mal überlegen. Zu groß ist die Bastelei an den jeweiligen Templates und zu groß die Angst bei einem Update wieder alles zu zerschießen.

— Andreas Isaak · 3. November 2010, 22:48 · #

Auch ich sehe dies nicht so kritisch, WordPress macht noch immer viel Spaß, weil die Flexibilität geblieben ist. Früher haben alle geschimpft, dass WordPress nicht erwachsen wird – dies tut es nun und damit wird es langweilig. Klar, die Masse nutzt WP, 10% aller Installs im Web sind WP und damit springen viele Unwissende und vermiendlich Wissende auf den Zug auf.
Was man mit einem System macht, ist die Kenntnis, dass Können und die Ideen des Entwicklers, des Machers, nicht des System. Daher wird auch ein Wechsel zu einem anderen System nur so gut sein, wie man selbst Kenntnis und Willenskraft hat.

Ich habe in all den Jahren Unmengen von WPs auf den untersch. Anforderungen umgesetzt, vermutlich so komplex, wie es den wenigsten mit WP denken und eher an andere Systeme denken. Wir haben im Team Inpsyde große Themen gemacht, große Unternehmen von propitären und untersch. Landschaften und Systemen auf WP gezogen; nie war beim Update ein Problem zu sehen oder nur zu spüren. Ich kann hier ausschweifen, vielleicht tue ich das mal in einem Beitrag, aber es geht mir nur darum: für mich ist WP nicht langweilig, es gibt enorme Möglichkeiten und ebenso viele Verbesserungsmöglichkeiten. Aber welches System hat dies nicht – es sei denn es lebt so gut wie ewig in einem Zustand, der nur verfeinert und gesichert wird. Dies muss nicht schlecht sein, aber der Vortrieb fehlt und damit der Spaß an Neuem. …

Frank · 4. November 2010, 12:34 · #

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